Naturreligion
Dies
ist der Überbegriff für Religionen, die ihre Gottheiten (u.a.) in der Natur sehen.
Der wissenschaftliche Begriff wenn die Gottheiten in der Natur zu sehen sind
ist Pantheismus. Auch richten sich Festtage nach dem Lauf der Sonne, Mond
und Sterne und dem Wechsel der Jahreszeiten. All die oben beschriebenen
Richtungen, so wie aber auch Religionen von Ureinwohner o. ä. (z.B.
Aborigines, Maori) fallen unter diesen Begriff.
Heidentum, Neu-Heidentum, Paganismus
Heide
wurde aus dem Gotischen entnommen, das es seinerseits vom griechischen Wort tà éthne
ableitet, was so viel wie „die Völker“ bedeutet. Die Juden benutzten diese
Wendung für Nicht-Juden, was sich auch im Wort „Heidenchristen“ wieder
finden lässt. Später wurde es für alle Nicht-Christen benutzt und jetzt
können wir davon sprechen, dass es mehrere Bedeutungen hat. 1. für Bekenner
Nicht-monotheistischer Religionen und 2. für Anhänger naturreligiöser
Traditionen (ist im Focus Fakten, Glauben in Deutschland z.B. auch in beiden
Bedeutungen zu finden, Anm.)
Die Übliche Erklärung
für das Wort Heide wird im Zusammenhang mit der Heide gesehen und der
Erklärung, dass die Landbevölkerung und die Bauern erst später
christianisiert werden konnten und diese wegen ihrer Verbundenheit zum Land
länger noch alte Bräuche pflegten.
Neu-Heidentum wird
von eher von Heiden verwendet, die sich vom Heidentum wie er ursprünglich
verstanden wurden distanzieren wollen. Oder die auch ausdrücken wollen, dass
sie ursprünglich Christen waren und dann vom Christentum weg sich orientiert
haben. Der Begriff ist nicht mehr stark im Gebrauch.
Paganismus wird fast
gleichermaßen übersetzt wie Heide. Die am meisten akzeptierte Erklärung für
die Bedeutung des Wortes „pagan“ geht auf Pierre Chuvin zurück, und
bezeichnet eine Person, die der alten Religion anhängt, bzw. der zu
damaligen Zeiten lokalen, von der Regierung ausgeübten Religion. Es war also
ein Wort, dass die Christen ebenso für die (noch) nicht Christen benutzten.
Die eigentliche
Übersetzung für Heide ist auf Englisch Heathen. Paganismus wird teilweise
lieber gebraucht, da das Wort nicht so Vorbelastet ist wie Heidentum und
auch für Native Speakers keinen üblen Beigeschmack hat. Andere benutzen
Paganismus, weil sie nicht ein christliches Vokabular zur Bezeichnung ihrer
Religion nehmen wollen. (was allerdings nicht ganz korrekt ist, denn
auch Paganismus ist ein Wort, dass die Christen für die Nicht-Christen
geprägt haben).

Glaubensinhalte des Heidentums, wie zuletzt definiert
Neben
dem Pantheismus tritt auch der Animismus auf. Animismus bedeutet, dass
ein Teil der Kraft sich in Pflanzen, Tieren, Menschen, Steinen, Luft – für
manche auch in angefertigten Dingen - ist. Die Gottheit wird oft als
transzendent (außerhalb) und immanent (innerhalb) begriffen. Auch der
Polytheismus ist stark vertreten. Es ist der Glaube, dass eine einzige
Gottheit die Vollkommenheit des Göttlichen nicht ausdrücken kann und für den
Mensch nur in vielen verschiedenen Formen fassbar ist. Alle Göttinnen und
Götter sind eine unfassbare Kraft. Auch wir Menschen spielen in unserem
Leben verschiedenen Rollen und haben verschiedene Persönlichkeitsaspekte. Im
Polytheismus gibt es auch sehr viele weibliche Gottheiten. Die meisten Pagane streben nach einem Gleichgewicht zwischen Gott und Göttin, das von
dem langen Dominion der männlichen Gottheiten aus den Fugen geraten ist.
Einige wenige konzentrieren sich nur auf die Göttin, weil diese so lange
vernachlässigt wurde. Die Göttin in der Natur lässt sich jedoch schwer
verehren ohne ihren Gemahl. Auch die Feministische Theologie lässt sich hier
teilweise einordnen.
Ein wichtigste
Prinzip ist: solange es niemandem schadet, tu was du willst.
Dieser Satz stammt
aus dem Wicca, ist aber auch für viele Heiden ein Grundsatz geworden -
allerdings nicht für alle!
Heidentum hat nichts
mit Satanismus zu tun und distanziert sich auch von dem von Hitler
propagiertem Heidentum! Allerdings ist es wegen den verschiedenen Strömungen
schwer Heidentum einheitlich zu charakterisieren. Wichtig ist hier einfach,
wie sich jeder selbst bezeichnen möchte und wie dies gelebt wird. Manche
nennen es Weltanschauung und andere nennen es Religion, andere Lebensweg.
Dies sind alles sehr persönliche Entscheidungen, die oft über Jahre hinweg
getroffen wurden.
Hexen
Hier
muss man unterscheiden, zwischen Hexen, die damit eine Hexen Religion meinen
und Hexe sein als Handwerk oder Kunst. Ursprünglich war der Begriff Hexe
meist nur für die Hexenkunst benutzt worden, das Heidentum ja in
verschiedenen Formen die gebräuchliche Religion war. Mittlerweile gibt es
aber starke Vermischungen.
Hexenreligion
Diese
Hexen sind immer Heiden, aber nicht jeder Heide ist eine Hexe. Denn einige
sind Druiden, einige Asatru, einige Wicca, andere gehören der Stregeria an. Der
Unterschied liegt darin, dass eine Hexe manchmal nur die Göttin, manchmal
Gott und Göttin anbetet. Es ist nicht genau definiert aus welchem
Pantheon diese stammen. Bei Asatru z.B. ist genau definiert, dass es sich
dabei um die Nordische Götterwelt handelt. Es gibt keine Einheitliche
Hexenreligion, diese wird nur von ihren Praktizierenden so genannt. Im
Englischen wird Wicca oft auch Witchcraft genannt. Persönlich habe ich aber
die Erfahrung gemacht, dass wenn auch jede Wicca sich Hexe nennen kann,
nicht jede Hexe eine Wicca ist oder angehörige der Wiccareligion.
Hexe als Kunsthandwerk
Eine
Hexe zu sein kann auch bedeuten, dass man über bestimmte Kräfte verfügt. Wir
glauben, dass das volle Potenzial des menschlichen Gehirns lange noch nicht
ausgenutzt wird – was auch von der Wissenschaft immer wieder bewiesen wird.
Hexen schärfen ihre Sinne und arbeiten mit Kräften. Deshalb sind sie zu
Dingen fähig, was andere Menschen als „Magie“ bezeichnen. Eine Hexe in
diesem Sinne zu sein bedeutet vor allem etwas Verändern zu können. Hagazussa, die Zaunreiterin zwischen den Welten. Eine Hexe in diesem Begriff
muss nicht unbedingt eine Heidin sein, sondern kann auch z.B. eine
katholische Hexe sein.
Die Verwirrung
entsteht, weil viele Hexen im religiösem Sinne auch das Handwerk beherrschen
und ein Wort für beide Bedeutungen im Umlauf ist. Auch werden in vielen
Büchern über Hexerei und Hexenreligion die beiden Begriffe vermischt.
Manche benutzen wegen
den Vorurteilen, die auf dem Wort Hexe lasten andere Begriffe, gerne wird
Wicca genommen. Andere nehmen gerade wegen den Vorurteilen provokativ das
Wort Hexe – so wurde es auch in der Feministischen Bewegung eingesetzt.
Eine Hexe (in der
Kunst) zieht nicht unbedingt einen Kreis, ruft nicht unbedingt die Elemente
an, benutzt nicht unbedingt Ritualwerkzeug, betet nicht unbedingt eine
Gottheit an und glaubt auch nicht unbedingt an die Regel „solange es
niemandem schadet...“.
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