


Mittelalter Hexen
in Österreich


Die Hexen- und Zauberprozesse
Ein Überblicks mäßiger Bericht über die Verfolgung von Hexen und Zauberern in Österreich lässt
sich nur bedingt erstellen, da vieles an altem Aktenmaterial verlorengegangen oder noch nicht bearbeitet worden
ist.
Eine österreichische Besonderheit ist, dass um das Jahr 1680, als
in anderen Ländern Europas die große Welle der Hexenprozesse bereits abebbte, in
Österreich die Anzahl der Verfolgungen einen traurigen Höhepunkt erreichte
Einer der wichtigsten Anklagepunkte und Geständnisse, wie sie aus
den Prozessakten ersichtlich sind und unter Folter erpresst wurden, war der Bund mit
dem Teufel, der am häufigsten in den Prozessen in Vorarlberg und Kärnten, am
seltensten aber im Burgenland anzutreffen ist. Weitere Anklagepunkte waren die Schädigung
von Mensch und Tier durch Zauberei (in rund einem Fünftel aller Prozesse in Österreich),
während in Salzburg, Wien, Niederösterreich und Tirol oft der Vorwurf erhoben
wird, dass der Angeklagte Ungeziefer herbeigezaubert und über die Menschen und
Felder geschickt hätte
Link Religionen in AT:
Hexen- und
Zauberprozesse

Mittelalter Hexen in der Steiermark
In der
Steiermark lassen sich im 15. und am Beginn des 16. Jahrhunderts
nur vereinzelt Zauberprozesse feststellen, wobei es in diesen
Prozessen vor allem um Schadenszauber geht. Der erste
tatsächliche Hexenprozess im Gebiet des Herzogtums fand erst
1546 in Marburg statt, wo sechs Bäuerinnen angeklagt wurden,
denen Teufelsbund und Buhlschaft, die Kunst des Hexenflugs und
der Hexenlehre, die Teilnahme am Hexensabbat, Giftmorde und
Wetterzauber vorgeworfen wurde.
1574 erließ
Erzherzog Karl II. von Innerösterreich in Anlehnung an das von
Kaiser Karl V. erlassene Reichsgesetz die Steirische
Landgerichtsordnung, die festlegte, dass Schadenszauber mit der
Todesstrafe zu belegen sei.
Die Anzahl der
Angeklagten, die zum Tode verurteilt wurden, lässt sich nicht
mehr eindeutig feststellen. Es darf aber nicht vergessen werden,
dass jene Menschen, die nach solch grausamen Prozessen mit ihren
schrecklichen Foltern freigelassen wurden, wahrscheinlich ihr
ganzes weiteres Leben an den schweren körperlichen und
seelischen Verletzungen zu leiden hatten.
Den Hauptanteil der
Angeklagten stellten die "niederen" Bevölkerungsschichten. Aus
dem Adelsstand sind für die Steiermark lediglich drei Angeklagte
namentlich bekannt: Anna Neumann von Wasserleonburg in Murau,
Benigna von Khevenhüller in Radkersburg und Graf Christoph Alban
von Saurau im Murtal.
Auch Geistliche sind
in die Mühlen der Justiz geraten, wie 1653 in St. Lambrecht,
1661 in Gutenhag, 1666 in Rotenfels, 1673-75 in Feldbach, 1692
in Leibnitz und Ende des 17. Jahrhunderts in Straden. Juristen,
die zwar an den Prozessen beteiligt waren, wurden trotz ihrer
oft heiklen Aufgabe nicht in das Geschehen hineingezogen, ebenso
wenig wie sich in der Steiermark eine Verfolgung von Hebammen,
die ja bekanntlich über allerlei Kräuterwissen und Kenntnisse
über den weiblichen Körper verfügten, darstellen lässt.
Aufgrund der
schlechten medizinischen Versorgung der Bevölkerung, um 1700 gab
es im Herzogtum Steiermark nur etwa 50 Ärzte, waren die Menschen
auf die Hilfe von Naturheilern und Kräuter- oder Heilkundigen
angewiesen. Ihre Kenntnisse aber brachten diese Heiler manchmal
in den Verdacht, Zauberkräfte oder geheimes, gefährliches Wissen
zu besitzen. Allerdings sind in der Steiermark nur vier Fälle
bekannt, in denen Naturheiler angeklagt wurden, eine Zahl, die
sicher nicht von einer gezielten Verfolgung sprechen lässt.

Blumenhexe - Katharina
Paldauf

Katharina Paldauf jedoch war eine der außergewöhnlichsten Frauen
unter den Verurteilten. Sie ist der Nachwelt als sogenannte "Blumenhexe" in Erinnerung geblieben. Die
Bilanz dieses Hexenprozesses, der der größte der Steiermark war, ergibt, dass wegen Zauberei zahlreiche Personen
angezeigt wurden, über 60 davon sind namentlich bekannt.
Link:
Hexen
in der Steiermark
Pannen und unsachgemäße Vorbereitung der Scheiterhaufen haben oft zu einem qualvollen Tod der
Delinquenten geführt. Am 26. März 1689 nahm in der Trauttmansdorffschen Herrschaft und Landgerichtshoheit
Gleichenberg ein großer Hexenprozess seinen Ausgang. Wie das Protokoll berichtet, wurde "ein Weibs Malfiz
Persohn Nambens Susanna Pindterin" wegen Magie angezeigt und verhört. Die 24jährige
Frau erzählte, dass sie auf dem Heimweg vom Feld gewesen sei, als ihr unterwegs der Böse in einem schwarzen, bürgerlichen
Kleid und einem schwarzen, breiten Hut begegnet sei und von ihr die Verleugnung der Heiligen Dreifaltigkeit und
ihre Seele gefordert habe.

Gegner der Hexenjagd in
Österreich
Neben all den Befürwortern der Hexenprozesse wurden vereinzelt
aber auch Stimmen dagegen laut, meist waren dies Geistliche oder gelegentlich auch
Advokaten und Richter selbst. Die bekanntesten Gegner waren Pater Christian Jäger
in St. Lambrecht, Pater Michael in St. Lambrecht, der Grazer Beichtvater Elias
Stanislaus Otto und der Radkersburger Stadtpfarrer Mattbias Jurey.
Die wichtigsten Anklagepunkte bei den steirischen Prozessen waren:
der Bund mit dem Teufel, die Kunst des Hexenflugs, die Teilnahme an Hexentänzen und
am Hexensabbat, die Herstellung von Hexensalben, Zauberei, wie Wetter- und
Schadenszauber, Ritualmorde an Kindern, die Kunst des Wahrsagens, Hostienschändung,
Handel mit Zaubergegenständen und Einsetzen von Zauberei zum Zurück holen von
entlaufenen Menschen und verlorenen Gegenständen und zum Aufspüren eines Schatzes.

Mittelalter Hexen und Zauberer in Oberösterreich
Die Hexenverfolgungen gehören zu den dunklen Kapiteln der Neuzeit. Auch Oberösterreich war betroffen.
Insgesamt 79 Hinrichtungen wegen Hexerei sind hier bekannt. Oberösterreich zählt also keineswegs zu den Zentren
der europäischen Hexenverfolgung.
Opfer aus unteren Schichten
Für Oberösterreich sind der neuesten Zusammenstellung zufolge insgesamt 162 Gerichtsverfahren wegen Hexerei
bekannt, insgesamt 170 Männer und 86 Frauen wurden in diesen Verfahren angeklagt; 79 Hinrichtungen wegen Hexerei
sind gesichert. Fast zwei Drittel der bekannten Todesurteile betrafen Männer. Die erste Hinrichtung wegen Hexerei
erfolgte 1570 in Kremsmünster, die letzte 1732 wiederum in Kremsmünster, wegen Hostienschändung. Der jüngste
Verurteilte, der wegen magischer Handlungen und Mäusezauberei ins Gefängnis musste, war ein siebenjähriger
Bettelbub. Betroffen waren in der Regel bäuerliche und unterbäuerliche Schichten, kaum Stadtbewohner. Rund ein
Drittel war beschäftigungslos und heimatlos.
Spektakuläre Fälle
Die spektakulärsten Fälle waren der Prozess gegen die Kaperger-Bande 1658/59, der Greinburger Hexenprozess von
1694 bis 1696 - der größte bekannte Hexenprozess aus Oberösterreich mit 21 Hinrichtungen und drei im Gefängnis
Verstorbenen - und als später Nachklang der 1731/32 vor dem Landgericht
Schwertberg/Prandegg gegen die Familie
Grillenberger geführte Hexenprozess, mit sechs Todesurteilen der drittgrößte in Oberösterreich.
Letzte Prozesse
Die letzten Hexereiprozesse in Oberösterreich wurden 1802 in Obernberg gegen Johann Keindl wegen Ausbrütens
eines Hühnereis unter der Achsel, eines so genannten „Ur-Eis“, und 1803 im Landgericht Mondsee gegen einen 61-jährigen
Häuslers wegen abergläubischer Handlungen geführt. Beide endeten mit Freispruch.
Link Museum OÖ.:
Geschichte
der Hexen in Oberösterreich

Mittelalter Hexen aus Wien und Umgebung
Aus dem
Jahr 1499 wird von einer "Alraune" zu Wien berichtet, der
Landeshauptmann und Bürgermeister mit 24 Gewappneten auf dem
Lande nachgestellt hatten. Man will zwar nicht die "Alraune",
aber ihren Gefährten bei Dürnkrut gefasst haben. Er soll mit dem
Schwerte hingerichtet und verbrannt worden sein.
Aus dem Jahr 1588
wird berichtet, dass man in Wiener Neustadt zwei Zauberinnen und
einen Zauberer, die Ungeziefer machten, gefangen hatte. in
Inquisitor wurde verschrieben, der auch nach Wien kam. Aber am
Tage seiner Ankunft wurde er im Bett tot aufgefunden.
Der Hexenprozess war
zwar immer noch nicht recht im Gange, aber die Folter tat schon
ihre Dienste.
In den Jahren 1601
und 1603 waren zwei arme Weiber als angebliche Hexen im
Kriminalhause in der Himmelpfortgasse zu Wien in Haft. Eine von
ihnen machte ihren Leiden ein Ende, indem sie sich in den
Brunnen des Gefängnisses stürzte. Die andere unterlag den Qualen
der Folter. Ihre Leiche wurde auf die Gänsewiese am Erdberg
geschleift und dort verbrannt. Die Leiche der ersteren dagegen
wurde in ein Fass gepackt und dieses in die Donau geworfen,
damit sie fern von Wien verwese.
Zu den späteren
Hexenprozessen in der Nähe von Wien sind die Hainburger von 1617
und 1618 zu erwähnen. In der "Wahrhaftige neue Zeitung" Wien,
bei Gregor Gelhaar, 1618, sollen dort bei 80 zauberische Weiber
verbrannt worden sein und eine viel größere Zahl liege noch in
den Gefängnissen. Zu den Bekenntnissen der Hingerichteten
gehörte, dass sie 45 Scheffel voll Flöhe in Wien hineingezaubert
hätten.
Link Niwis Tagebuch:
Hexen in Wien und Umgebung

Neuzeit - In Wien ist der Teufel los
Bericht: Biber-Redakteurin Ivana Martinović
Zauberer, Wunderheiler
und Magier sind ein fester Bestandteil Wiens. Das behaupten
viele Balkanesen, Türken & Co. in dieser Stadt. Manche werden
von der Ex-Freundin verhext, vom Teufel besessen oder hören
Stimmen der Toten. Und dann kennen sie wen, der irgendwen kennt,
der helfen kann. – „Gaaanz sicher!“ Den Wunderheiler aus
Serbien, die alte Zigeunerin vom Reumannplatz oder der blinde
Hodja aus dem Bergdorf. Was für ein Beruf! Etwas labern und es
bringt Kohle. Biber-Redakteurin Ivana Martinović hat sich
erkundigt, ob diese Branche nicht etwas für sie wäre.
An einem späten Abend im D-Wagen. Zwei
Reihen hinter mir in der Bim höre ich aufgeregte, tuschelnde
Frauenstimmen. Drei Balkandamen, alle so Mitte 40, reden
darüber, dass sie zur Donau schwimm en gehen wollen. „Super,
Nachtschwimmen, wie aufregend“, denk ich mir.
Dann sagt die eine: „Du Schwester,
brauchst dich nicht waschen. Kannst es auch über seinem Bild
machen.“ Jetzt begreife ich erst, dass es um geheime Rituale
geht - und werde neugierig. Über Flüche, Hexen und Magier habe
ich ja schon einiges gehört. Aber was ist dran an Pendel, rotem
Faden und Kaffeesud lesen? Viele in Wien schwören drauf und
pfeifen schon mal auf den Hausarzt. Bei Risiken und
Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Wunderheiler? Gut, dann schlüpfe
ich in die Rolle eines Hellseherlehrlings und mach’ für Biber
den Crashkurs über weiße und schwarze Magie.
Link Biber Magazin:
Hexe - Flüche - Hellseher in Wien

Neuzeit - Hexen in Kärnten
Kelten,
Hexen und Druiden

Hunderte Jahre vor Christi Geburt haben Kelten ihr Reich Norikum mit der sagenumwobenen Hauptstadt Noreia gegründet.
Das Kerngebiet lag im heutigen Kärnten. In unserer Zeit führen moderne Kelten, Hexen und Druiden zurück zur
vergessenen Geschichte Kärntens.
Urgeschichte Kärntens liegt im Dunkeln
Norikum
- das Keltenreich mit der sagenumwobenen Hauptstadt Noreia, die
bis heute nicht entdeckt worden ist - war der erste Staat auf
österreichischem Boden. Der erste bekannte Herrscher war der
Keltenfürst namens Sinsibilus.
Allerdings weiß kaum
jemand über die Urgeschichte Kärntens Bescheid. Die offizielle
Kärntner Geschichtsschreibung beginnt erst mit der römischen
Machtübernahme in Norikum rund um Christi Geburt.
Beltane: das Fest
von Frau und Mann, wie es die Kelten vor Jahrtausenden feierten
- mit viel Fleisch, Met und entfesselter Leidenschaft.

Neuzeitliche Kelten und moderne Hexen
Die keltische Kultur mit ihren Ursprüngen im Eisenerz-Bergbau hat bis heute nichts von ihrem Reiz verloren,
neuzeitliche Kelten tragen die alte Geschichten weiter. Keltische Feste, Kultplätze und Rituale haben sich bis
heute erhalten - Moderne Hexen suchen als Lebenslehrerinnen ihren eigenen Zugang zu den alten Wissensquellen.
Uppia -
eine Keltin - führt durch den Film
Gudrun Maria Leb ist in ihrem Film über Kelten, Hexen und Druiden sehr gefühlvoll an das Thema herangegangen.
ORF Kärnten Link:
Von Kelten
Hexen und Druiden

Neuzeit - Hexenbräuche in Tirol
In Tirol
haben sich bis heute Bräuche im Zusammenhang mit Hexen erhalten.
In Jungholz wird am ersten Fastensonntag, dem Funkensonntag,
eine große Strohpuppe mit einer Gesichtsmaske, die eine Hexe
symbolisieren soll, auf einem großen Scheiterhaufen verbrannt.
Auch in Pinswang und in Musau bei Reutte wird dieser Brauch
ausgeübt, jedoch gibt es hier wie im Vintschgau, im Tiroler
Oberland und auch in Vorarlberg, auch noch den Brauch des
Scheibenschlagens, wobei glühende Holzscheiben durch die Nacht
geschleudert werden.
Die Hexe wird in
bezug auf ihre Taten (schwarze Magie, Schadenzauber) und ihr
Aussehen ( Böses wird immer häßlich dargestellt) in der
Volksüberlieferung als negativ angezeigt. Beliebt in Sagen sind
vor allem die Wetterhexen, Milchhexen und andere typische
Hexenklischees.
Aufgrund der
erwähnten Arbeitsgeräte wie Besen, Rechen und anderen
Technologien schließt man, dass diese Überlieferungen im
ländlichen Bereich gesammelt wurden und eine alte Arbeitswelt
zeigen. Dies ist jedoch nicht prinzipiell wichtig, da die
grundsätzlichen Strukturen - Hexenglauben und Analogiedenken -
davon nicht berührt werden. Zu den "Überlieferungsvehikeln"
dieser Vorstellungswelt gehören im besonderen Maße eben die
Sagen. Auch in Tirol, z. B. im Paznaun und in der Umgebung von
Stams, wurden uns teilweise grausame Hexensagen überliefert.
Link Museum Online:
Hexen
der Moderne
Engel der Nacht - Wicca Priesterin Sione:
Schwarzes
Wien News -
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