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Hexenfolter

Hexen

Hexenfolter im Mittelalter

Auf Verdacht Todesstrafe!

Ungeschützt war hingegen der die Angeklagte; und sein Verteidiger kommt gegen die Behandlung des Falles meist nicht an. Die Unschuldsvermutung kannte man damals nicht. Um mit der Folter des Angeklagten die Wahrheit zu ermitteln, genügte ein bloßer Verdacht des Richters. Dem Richter war es freigestellt, dem Gefolterten sein Leben für ein Geständnis zu versprechen, es dann aber nicht zu halten, sondern im Gegenteil die Todesstrafe zu beschließen.

Denn die Todesstrafe konnte nur verhängt werden, wenn ein Geständnis vorlag. Die Folter wurde deshalb solange angewandt, bis Geständnisse vorlagen, auch von Unschuldigen.

Die Wasserfolter

Damit eine Frau der Hexerei angeklagt wurde, genügte die Beschuldigung von irgendjemandem, zum Beispiel, dass die betreffende Frau einen schlechten Ruf habe. Von daher wird es nachvollziehbar, dass die ersten als Hexe verurteilten Frauen dem Bild der modernen Märchenhexe durchaus ein wenig entsprachen. Es handelte sich oft um ältere, zurückgezogene, teilweise auch behinderte Frauen, die infolge ihrer Zurückgezogenheit den Verdächtigungen der dörflichen Gemeinschaft schutzlos ausgeliefert waren.

Folterung durch Aufziehen

In den meisten Fällen war die Folge einer solchen Verleumdung die Folter und der Tod. Wurde in den seltenen Fällen jemand mangels genauer Anklage oder fehlendem Geständnis wieder freigelassen, so ging die Rede schnell um, dass diese bestimmte Frau vor den Richter musste. So wurde der Ruf schnell und endgültig beschmutzt, was Grund war für eine neuerliche Verhaftung, Folterung und schließlich Hinrichtung.

Der Hexenstuhl

Der Hexenstuhl sollte vermeintliche „Hexen" zu einem Geständnis bewegen. Bei dieser grässlichen Art der Folter wurden die Opfer auf dem Hexenstuhl festgeschnallt. Zusätzlich zu dieser Qual konnte der Henker auch noch die auf dem Stuhls angebrachten Nägel zum Glühen bringen. Viele Opfer starben bei dieser Art der Folter.

Das Hexenrad

Eine besonders grausame Hinrichtungsart war jene mit dem Richtrad. Dabei wurde der Delinquent auf scharfkantige Klötze gebunden und mit einem Rad, auf dem eine eiserne Schneide angebracht war, brach man ihm die Knochen der Extremitäten. Danach wurde er auf ein eigenes Rad geflochten, das an einer langen Stange hoch aufgerichtet wurde. Der noch lebende Körper bzw. der Leichnam diente den Vögeln als Fraß.

Hinrichtungen

Nicht jede Hinrichtungsart galt als gleich schrecklich bzw. entehrend. So war der Tod durch das Schwert ehrenvoller als der Tod durch den Strang, der als äußerst unehrenhaft galt. Beim Verbrennen gab es prinzipiell drei verschiedene Tötungsarten: entweder wurden die Delinquenten zuerst geköpft und dann verbrannt oder zuerst erdrosselt und dann verbrannt oder bei lebendigem Leibe verbrannt. Die Asche des Bedauernswerten wurde dann in alle vier Winde ver.- oder in fließendes Wasser gestreut.

Bräuche der Volksmedizin wurden verboten

Das vorurteilsbehaftete Verleumden wurde insbesondere gefördert durch amtliche Anweisungen, welche Handlungen als Aberglauben, Zauberei oder Hexerei anzusehen seien. In einer bayrischen Anweisung Maximilian I. wurden auch gängige Bräuche der Volksmedizin auf den Index gesetzt und damit verboten. Dazu gehörte auch das Baden am Weihnachtsabend gegen Fieber und Zahnschmerzen. Für die eigentlichen Sünden gegen den christlichen Glauben wurde das Strafmaß wie folgt festgesetzt:

  • wer den Teufel direkt anruft und anbetet, wird lebendig verbrannt

  • wer den Teufel indirekt anruft, wird vor der Verbrennung enthauptet

  • wer mit dem Teufel einen Pakt hat, landet auf dem Scheiterhaufen das Vermögen wird eingezogen

  • bei Schadenzauber wird die Verurteilte vor dem Verbrennen mit glühenden Zangen gezwickt

Verdacht auf Hexerei musste gemeldet werden...

In Spezialinstruktionen forderte Maximilian zudem, dass alle Amtsuntertanen verpflichtet werden, jeden Verdacht auf Hexerei zu melden. Diese Bestimmung zählt zu den unheilvollsten Verlautbarungen in der Geschichte des Hexenwahns. Denn dadurch wurde man verpflichtet, schon beim geringsten Verdacht jemanden anzuklagen. Es führte sogar soweit, dass Angeklagte unter der Folter ihrerseits irgendwelche Leute der Hexerei beschuldigten, um den Schmerzen zu entgehen.

es wurde danach aber auch gegenseitig beschuldigt…

So wird nachvollziehbar, dass mit der zunehmenden Verfolgung auch hochgestellte Persönlichkeiten auf dem Scheiterhaufen endeten. Die Vorschriften Maximilians mussten jeweils zu Weihnachten und Pfingsten von den Kanzeln verlesen werden. Die Hysterie wurde damit nicht besänftigt, sondern im Gegenteil geradezu angestachelt.

Teufelskreis Hysterie Verhör Folter Denunzierung

Wo der Teufelskreis zwischen Verhaftung, Verhör, Folter, Denunzierung und weiterer Verhaftung begonnen hatte, hörte er nicht so schnell auf. Die Hysterie ging so weit, dass sich Richter teilweise weigerten, mit den vermeintlichen Hexen überhaupt zu reden oder für die Dauer der Untersuchung im gleichen Haus zu wohnen. Man hätte sie später bezichtigen können, sie seien selber verhext.

Mutiger Widerstand gegen den Hexenwahn

Die Gegner der Hexenverfolgung hatten unterschiedliche Hintergründe. Die einen waren Ärzte, Juristen, Gelehrte anderer Art oder auch Seelsorger. Zu letzteren zählte auch der Jesuitenpater.

Friedrich von Spee

Er begleitete während den Prozessen die Hexen seelsorgerlich und wurde so zu einem überzeugten Gegner der Verfolgung. Seine Erkenntnisse hatte er in einem Buch zusammengefasst und 1631 veröffentlicht, aus Sicherheitsgründen allerdings nicht unter eigenem Namen und ohne Genehmigung seiner Ordensoberen. Dies wäre auch schwierig gewesen, fand man doch auch viele Jesuiten auf Seiten der Befürworter einer Hexenverfolgung.

Spees Buch, es trug den Namen Cautio Criminalis, deckte die Zustände mit scharfsinniger Logik schonungslos auf und nahm auch gegenüber den Geistlichen und seinen Jesuiten-Brüdern kein Blatt vor den Mund. Da Spee in seinem persönlichen Umfeld, er war Lehrer der Moraltheologie, offen über sein Anliegen sprach, war bald bekannt, wer die Cautio Criminalis geschrieben hatte. Die Empörung über Spee klang dann aber ab, als durch den Schwedeneinfall unter Gustav Adolf andere Probleme anstanden. Trotzdem wurde Spee von Köln nach Trier versetzt. Vier Jahre nach der Veröffentlichung seines Buch starb er. Spee hatte sich bei der Versorgung pestkranker Soldaten angesteckt. Trotz aller Anfeindungen blieb er dem Jesuitenorden treu.
Spee wurde einst gefragt, woher er denn schon graues Haar hätte. Er antwortete, das komme davon, dass er viele Hexen als Beichtiger zum Scheiterhaufen hätte begleiten müssen. Er fügte bei, dass er in keinem einzigen Fall davon überzeugt war, die Verurteilte sei der Hexerei wirklich schuldig. Viele Angeklagte hätten, nachdem sie Vertrauen gefasst hätten, ihm die Unwissenheit oder Bosheit der Richter geklagt oder noch im Sterben in den Flammen Gott selber zum Zeugen ihrer Unschuld angerufen. Die Hexenverfolgung war allzu oft eine Verfolgung von Christinnen und Christen durch die Kirche. Evangelium und christliche Gemeinde einerseits und Dogmatik und Kirche anderseits waren nie dasselbe und werden es auch nie sein.

Das Ende des Hexenwahns

Das Ende der Hexenprozesse brachte erst der Sieg der Aufklärung, welche nicht mehr die Kirche, sondern die Vernunft in den Mittelpunkt rückte. Die letzte Hexe wurde in der Schweiz 1782 hingerichtet, wie eingangs schon erwähnt. Elf Jahre später kam es in Posen, noch unter polnischer Hoheit, zur Verbrennung zweier Frauen. Sie wurden zum Tod verurteilt, weil sie rot entzündete Augen gehabt hätten und das Vieh ihres Nachbarn dauernd krank gewesen sei. Dies zog man als Beweis heran, dass die Frauen Hexen gewesen seien. Die Fälle von Glarus und Posen sind die beiden letzten bekannten Hexenprozesse mit anschließender Hinrichtung. Der Hexenwahn war zwar nicht sofort besiegt, vielmehr lebte er im Aberglauben weiter.

1800 - Die Hexenprozesse verschwanden

Die Hexenprozesse verschwanden - wie erwähnt - aufgrund der Aufklärung. Die Aufklärung brachte unter anderem eine Humanisierung des Strafrechtes hervor. Dazu gehörte auch die Abschaffung der Folter. Man erkannte, dass sie ein untaugliches Mittel zur Wahrheitsfindung sei. Zudem verlor das Geständnis seine Prozess entscheidende Rolle. An seine Stelle setzte man den Zeugen- und Indizienbeweis. Der Sieg der Toleranz wurde auch dadurch mit begünstigt, dass die konfessionell motivierten Kämpfe in Europa zu Ende gingen.
Man fand sich damit ab, dass es in Westeuropa zwei Möglichkeiten des christlichen Glaubens gab, nicht nur die katholische, sondern auch die evangelische. Damit verbunden war die Achtung vor der Religion des anderen, ja der Menschenwürde im Allgemeinen. Dass sich der Humanismus durchsetzte, bedeutete Freiheit - Freiheit, wie sie die Menschen zuvor noch nie gekannt hatten. Und damit war auch der christliche Gedanke im ursprünglichen Sinn wieder hergestellt. Denn wo der Geist des Evangeliums ist, da ist auch der Geist der Freiheit.

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