Im Jahre 1949 erschien in England
der Roman High Magic‘s Aid (= Die Hilfe Hoher Magie) von Gerald
Brosseau Gardner. Mit diesem und späteren Werken über den
Hexenkult löste er reges Interesse aus, und als 1951 der
englische Witchcraft Act abgeschafft wurde, der einige hundert
Jahre lang jede Betätigung als Hexe unter Todesstrafe gestellt
hatte, konnte die neue Bewegung, die sich Wicca nannte, aufblühen
Das Wort Wicca leitet sich ab vom altenglischen
wiccian, »hexen«; wicca bedeutet »männliche Hexe«, wicce dagegen
»weibliche Hexe«, die Pluralform lautet wiccan. Wir Hexen
benutzen das Wort Wicca heute für alle drei Formen und
übersetzen es als »weise«. Das neudeutsche Wort »Hexe« stammt
dagegen vom althochdeutschen hagzissa bzw. hagazussa ab und
bedeutet soviel wie »die auf dem Zaun (zwischen den Welten)
Sitzende/Reitende«. Auch hierin wird die schamanische Rolle der
Hexe deutlich, die »zwischen den Welten«, der diesseitigen und
der Anderswelt, lebt und zwischen ihnen zu vermitteln versteht
Mit Witchcraft Today (= Der Hexenkult heute), das er im Jahre
1954 veröffentlichte, ging Gardner über die Andeutungen in
seinem erwähnten Roman hinaus, und 1959 folgte The Meaning of
Witchcraft (= Die Bedeutung des Hexenkults). In den sechziger
Jahren publizierten dann auch Schülerinnen Gardners wie Doreen
Valiente und Patricia Crowther eigene Werke über den Kult, und
mit Beginn der siebziger Jahre lässt sich von einer regelrechten
Wicca - Welle sprechen, die von England ausging, um von dort
auch auf Irland, Amerika und Australien überzuspringen, bis sie
schließlich auch das europäische Festland erfasste
Gardner traf
im Jahre 1939 auf eine Hexengruppe im New Forest, die ihn
aufnahm und einweihte. Auf diese Weise entdeckte er den Alten
Kult für sich und trug durch seine Veröffentlichungen des dafür
freigegebenen Materials dazu bei, die grundlegende Pionierarbeit
Lelands und Murrays fortzusetzen und einer allgemeinen
Öffentlichkeit den Hexenkult nahe zubringen. Es gibt zahlreiche
verschiedene Richtungen innerhalb des Wicca, und es soll uns
genügen, einige der wichtigsten kurz vorzustellen
Gardnerians arbeiten, wie ihr Name schon sagt, in der
Tradition Gardners. Sie stellten lange Zeit die
Hauptströmung innerhalb des bekannten Wicca - Kults dar
Die Alexandrians arbeiten in
der Tradition des englischen »Hexenkönigs« Alex Sanders, der
Ende der sechziger bis Anfang der siebziger Jahre zusammen
mit seiner damaligen Frau Maxine eine eigene Richtung
begründete, großes Aufsehen in der Öffentlichkeit erregte
(Presse, Funk, Fernsehen), Hunderte von Einweihungen
durchführte und zahlreiche Hexencovens begründete. Seine
Bezeichnung »Hexenkönig« steht hier in Anführungszeichen,
weil darunter nicht zu verstehen ist, dass Sanders von
sämtlichen Hexen als Oberhaupt anerkannt würde; vielmehr
handelt es sich dabei um einen Ehrentitel, der ihm von
seinem eigenen Coven und dessen Tochtercovens verliehen
wurde.
Die Richtung des so genannten
Seax Wicca (= altsächsisches Wicca) ist eine Neugründung
durch Raymond Buckland, der sie 1974 mit seinem Buch The
Tree (= Der Baum) vor allem in den USA populär machte, und
der die Selbstinitiation propagiert.
Es gibt noch eine Reihe
weiterer Hexengruppen, die sich um verschiedene
herausragende Persönlichkeiten wie Arnold und Patricia Crowther, Doreen Valiente (alle drei aus der Tradition
Gardners kommend), Louis Martello (ein amerikanischer Wicca,
der aus einer sizilianischen Hexenfamilie stammt) sowie
Janet und Stewart Farrar (ursprünglich aus der Tradition der
Alexandrians) und andere scharten
Schließlich seien noch die so
genannten Hereditaries erwähnt: Hexen, die zu keiner der
oben erwähnten Traditionen gehören, sondern vielmehr aus
eigenen Hexenfamilien stammen und deren Überlieferungen fortsetzen
Die Unterschiede zwischen den
einzelnen Richtungen sind nicht sonderlich groß und sollen hier
nicht in allen Einzelheiten behandelt werden. Zur
Gesamteinschätzung des Wicca - Kults ist allerdings zu sagen,
dass viele Hexen der Meinung sind, Wicca sei der einzige echte
Hexenkult im Sinne einer Nachfolge der Alten Religion,
während andere dies ganz anders sehen. Die gewaltige
Vielseitigkeit des Hexenkults zeigt sich auch in den
unterschiedlichen Betonungen von Einzelaspekten innerhalb der
Covens oder Richtungen
So gibt es Thelemitische Hexen, die sich
am Gesetz von Thelema (»Tue was du willst ist das ganze Gesetz.
Liebe ist das Gesetz, Liebe unter Willen«) orientieren, wie es
dem englischen Magier Aleister Crowley offenbart wurde;
keltisch
orientierte Hexen, die druidische Traditionen pflegen;
kabbalistisch - hermetisch ausgerichtete Hexen, die sich
verstärkt der alten abendländischen Geheimlehren bedienen
Chaos
- Wicca, die sich an der modernen englischen Chaos - Magie
orientieren, zugleich aber die alte Naturreligion praktizieren
und beide miteinander integieren, und so weiter
Zahlreiche
heutige Hexen sind davon überzeugt, dass die Verehrung des
Weiblichen und der (fast) ausschließliche Umgang mit seinen
Energien den ursprünglichen Weg des Hexenkults darstellt. Der
Mann spielt dabei eine untergeordnete Rolle, oft wird er zu den
rein weiblichen Covens nicht zugelassen, ebenso häufig wird auch
der Kult des Gehörnten völlig ausgeklammert zugunsten eines
alleinigen Umgangs mit der »Himmelsgöttin«
Diese so genannten »dianischen«
Hexen stellen eine nicht unbeträchtliche Minderheit innerhalb
des Gesamtkults dar und finden gerade in letzter Zeit eine Menge
Zuspruch. Dafür sind sicherlich nicht zuletzt zwei Entwicklungen
innerhalb der Frauenbewegung mitverantwortlich: Einerseits
begann diese international in der Hexe das Inbild der
verfolgten, unterdrückten Frau zu sehen; andere ~ its fingen
viele zunächst ausschließlich politisch engagierte Frauen damit
an, sich spirituellen Fragen zuzuwenden und sie mit ihrer
Frauenarbeit zu verschmelzen. Diese Frauen sehen im Hexenkult
ihre geistige Heimat und gehören inzwischen zu den aktivsten
Hexen der gesamten Bewegung
Allerdings gehören nicht alle von
ihnen der rein dianischen Richtung an, die zudem auch gern von
radikalen Lesbenkreisen in Anspruch genommen wird. (Ähnlich gibt
es, bisher freilich fast ausschließlich in den USA, mit den Gay
Wicca eine Hexenbewegung für männliche Homosexuelle; diese ist
stark von den Vorstellungen des schon erwähnten Louis Martello
geprägt.)
Da unsere Szene so bunt ist, bleiben Richtungskämpfe
und Reibereien natürlich nicht aus auch dies wollen wir nicht
verschweigen. Doch wo wäre das nicht so? Immerhin beweist es,
dass der Hexenkult so lebendig und flexibel ist wie eh und je.
Ja gerade diese scheinbare »Anarchie« ist vielleicht seine
größte Stärke, macht sie unseren immer noch geifernden, allzu
mächtigen Verfolgern doch die Sache äußerst schwer! Darüber
hinaus fördert sie die Selbstkritik und lässt die Bewegung immer
neue Impulse aufnehmen, die ihrer Weiterentwicklung dienen
Die
Geschichte des Hexenkults ist noch lange nicht zu Ende, ja es
sieht sogar danach aus, als hätte sie gerade erst angefangen!
Täglich stoßen neue Menschen zu uns, wächst unsere Zahl, wächst
auch die Zahl jener, die zu verstehen beginnen, dass wir Hexen
keine finsteren »Teufelsanbeter« sind, die es nur darauf
abgesehen haben, Chaos und Zerstörung zu verbreiten und harmlose
Christenmenschen um ihr Seelenheil bringen. Gewiss, wir lieben
das Christentum nicht, aber noch nie hat eine Hexe einen
Christen wegen seiner Weltanschauung verfolgt, gemartert oder
gar getötet
Und wie sieht zum Vergleich die Bilanz der anderen
Seite aus? Mögen die Sektenpfarrer und ihre ferngesteuerten
Staatlichen Marionetten noch so sehr wettern, mag die
Skandalpresse sich noch so sehr bemühen, unsere Riten durch den
Schmutz zu ziehen, eine Lehre erteilt uns die Betrachtung der
langen Geschichte des Hexenkult doch immer wieder Hunderte
von Jahren der systematischen Ausrottung haben es nicht
vermocht, dem Menschen seine religiöse und weltanschauliche
Freiheit auf Dauer zu rauben. Immer und immer wieder erkennen
die Götter die Ihren und lassen sie teilhaben an ihrem Wissen,
ihrer Macht und ihrer Kraft, lehren sie den Menschen, was seine
Aufgabe auf dieser Welt ist und wie er mit ihren Problemen
umgehen kann, ohne dabei in die Humorlosigkeit starrer Dogmen zu
verfallen und in jedem Andersdenkenden eine tödliche Bedrohung
zu wittern
Nicht wir Hexen haben Abermillionen solcher
Andersdenkenden auf qualvollste Weise dem Folter und Feuertod
ausgeliefert, nicht wir Hexen waren es, die den Schlachtruf des
»heiligen« Domingo beim Katharerfeldzug formulierten: »Tötet sie
alle! Der Herr wird die Seinen schon erkennen!« Nicht wir Hexen
sind verantwortlich für die Ausblutung zahlloser Völker durch
Kolonialismus und Vormachtsdenken, nicht wir erfanden Rassismus
und Frauenunterdrückung, nicht wir sind verantwortlich für
Konzentrationslager, Apartheid und Sklaverei
Nicht ein Krieg,
den man uns anlasten könnte (wenngleich wir im Kriegsfall häufig
genug im Geheimen dazu beitrugen, unserem Volk mit Zaubern zu
dienen, wenn es in Not geraten war), nicht ein Kreuzzug, nicht
ein Akt der Lynchjustiz. Wenn wir, was in Urzeiten bisweilen
geschah, unseren Erntekönig rituell töteten (ein Akt zudem, der
schon sehr bald nur noch rein symbolisch durchgeführt wurde), so
war dies kein heimtückischer Mord aus dem Hinterhalt, stets
geschah es mit dem Einverständnis dieses Erntekönigs; ja dieses
Schicksal war ihm schon bewusst, als er - freiwillig! sein Amt
annahm, es war ein bewusstes Opfer für sein Volk, für die
Fruchtbarkeit der Felder und der Erde, eine Gegenleistung für
das Geschenk des Lebens mit all seiner Freude und all seinem Leid
Schon gar nicht aber sind wir Hexen »Satanisten«! Wenn wir
zum Gehörnten Gott beten, ihn im Ritual in uns hineinrufen, so
dienen wir damit nicht dem Teufel. Tatsächlich waren es die
Christen, welche aus unseren Alten Göttern Teufel und Dämonen
machten. Nicht wir haben ihren Jesus von Nazareth, mit dem sie
unserer Meinung nach allenfalls noch den Namen gemeinsam haben,
verketzert, nicht wir haben ihn ans Kreuz genagelt, haben ihre
Kultstätten geschändet und sie mit unseren eigenen Tempeln
überbaut, nicht wir haben ihre tiefsten religiösen Empfindungen
der Lächerlichkeit preisgegeben. Wer uns »Teufelsanbeter« nennt,
der muss sich fragen lassen, woher er seine unwissende
Überheblichkeit hat, worauf seine dumme Arroganz fasst. Aus
unserem Pan, unserem Gehörnten Gott, einer Gottheit, die älter
ist als die gesamte Geschichte der Menschheit, machten sie in
Vergewaltigung ihrer eigenen Bibel einen Satan, unsere
Jungfrauen und Hohepriesterinnen erklärten sie zu geilen Schlampen
Und immer, immer wieder projizierten sie ihre Ängste
und ihr eigenes schlechtes Gewissen auf uns und auf alles, was
wir unser nannten. Diese sicherlich recht heftigen Bemerkungen
wären nicht erforderlich, wenn nicht auch heute noch Hexen
verfolgt würden und zwar nicht etwa, weil sie Böses wären,
sondern weil sie anders sind, und wenn es bei uns inzwischen
nicht halbwegs »zivilisierte« Gesetze gäbe, würden noch immer
(und nicht: »schon wieder«!) Tausende von Verfolgern nur zu gern
nach ihren Zündhölzern greifen, um die Scheiterhaufen einmal
mehr gen Himmel lodern zu lassen und mit ihrem Rauch zu ihrer
eigenen Schande das Antlitz von Vater Sonne und Mutter Mond zu verdüstern
Denn man mag gegen das Heidentum manches einwenden,
nicht aber, dass es intolerant wäre! Gerade der Polytheismus
fasst auf dem Prinzip von »leben und Leben lassen«. Die Römer,
die bis zu ihrer späteren, für die europäische Entwicklung
unserer Meinung nach höchst fatalen, Bekehrung zum Christentum
urheidnisch dachten, waren gewiss Imperialisten erster Güte. Und
doch verdrängten sie die Götter der von ihnen unterworfenen
Völker nicht einfach oder verteufelten sie, wie dies das
Christentum tat, sondern sie integrierten sie in ihren eigenen
Pantheon, ja sie hatten sogar Altäre für »den unbekannten Gott«,
den es erst noch zu entdecken galt
Eine solche Ehrfurcht vor
dem Andersdenkenden ist dem Monotheisten fremd und die
Geschichte zeigt reichlich, welch blutige Folgen dies hatte
Es
bleibt die abschließende Frage: »Wer gehört zum Hexenkult?«
Viele Hexen, vor allem reine Wicca Anhänger meinen, dass nur
jemand, der von einer eingeweihten Hexe eingeweiht wurde, selbst
Hexe werden kann. Andere wiederum empfehlen die Selbsteinweihung
mittels geeigneter Heimrituale. Und schließlich gibt es noch
jene Puristen (vor allem unter den so genannten hereditaries zu
finden), dass man zur Hexe geboren sein und von der eigenen
Hexenfamilie eingeweiht werden muss
Im letzteren Fall geschieht
die Einweihung nur selten formell und besteht viel eher in der
Übermittlung von Wissen und Familientraditionen, bestimmten
Zaubertechniken und ähnlichem. Doch tatsächlich ist eine solche
Unterscheidung nur eine Frage der persönlichen Einschätzung. Ich
bin, der Auffassung, dass jeder sich zum Hexenkult zählen kann,
der dies will, sofern er bereit ist, die Alten Götter zu
verehren, ihre Kraft und Macht persönlich zu erfahren und in die
Praxis umzusetzen. Wir erkennen einen jeden solchen Menschen an,
gleich welcher besonderen Richtung er zugehören mag, denn ist
die Frage, ob man »dazugehört« oder nicht, nur von den Göttern
selbst zu entscheiden
Auch die formelle Verleihung von Graden
ist schließlich nur ein veräußerlichter Akt, der einen inneren
Entwicklungsprozess symbolisieren soll und ohne diesen wertlos
ist, wie wir noch sehen werden. Das gleiche gilt für die
förmliche Einweihung. Sicherlich ist es für jeden Anfänger
sinnvoll, sich zu Beginn der Leitung einer erkundigen,
erfahrenen Hexe anzuvertrauen, um die Grundlagen dessen, was man
auch die »Hexenkunst« (im Englischen: »the craft«) nennt, besser
kennen zulernen und zu verstehen; doch wenn es darauf ankommt,
zeigt sich erst bei der gemeinsamen Arbeit im Ritualkreis, wer
sich wirklich Hexe nennen kann und wer (noch) nicht. Nicht dass
wir solche Urteile fällen würden: Die meisten Hexen wollen sich
lediglich vergewissern, dass die individuellen Energien
miteinander harmonisieren und dass man tatsächlich auf Dauer
fruchtbar zusammenarbeiten kann
Immerhin ist die gemeinsame
Energiearbeit ein sehr intimer Akt, oft noch viel intimer als
der sexuelle (ohne jedoch in der Regel sexuell zu sein), und so
darf es nicht verwundern, wenn Hexen sich ihre entsprechenden
Partner sehr sorgfältig aussuchen. Dennoch gibt es unter uns
keine Form der »Exkommunikation«. Wer mit seinen Partnern aus
welchem Grund auch immer nicht auskommt, kann sich anderweitig
orientieren und sich statt dessen mit anderen Hexen zusammentun.
Wie dies im einzelnen funktioniert, sehen wir im 5. Kapitel, in
dem es um den Coven und seinen Aufbau geht. Das Evangelo delle
streghe (= Das Hexenevangelium, eine andere Bezeichnung für
Lelands Aradia) berichtet, dass die Göttin Diana ihrer Tochter
Aradia das Vermögen gewährte, den Hexen, die sie anriefen,
folgende Fähigkeiten zu verleihen:

-
Mann oder Frau Erfolg in der
Liebe zu gewähren.
-
Freunde oder Feinde mit Macht
zu segnen oder zu verfluchen.
-
Zwiesprache mit Geistern zu
halten.
-
In alten Ruinen Schätze
aufzuspüren.
-
Die Geister jener Priester
heraufzubeschwören, die Reichtümer hinterlassen haben.
-
Die Stimme des Windes zu
verstehen.
-
Wasser in Wein zu verwandeln.
-
Die Zukunft mit Karten
vorherzusagen.
-
Die Geheimnisse der Hand zu
erkennen.
-
Krankheiten zu heilen.
-
Hässliche schön zu machen.
-
Wilde Tiere zu zähmen.

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Dies
ist es, was wir noch heute tun, gleich welcher Tradition wir uns
zugehörig fühlen. Dies und noch vieles mehr ist es, was den
Hexenkult ausmacht, weshalb wir den Göttern dienen, weshalb wir
die Alte Religion der neuen vorziehen. Unsere Wahrheit ist nicht
das objektive Laborfaktum des materialistischen
Wissenschaftlers, sondern vielmehr die Poesie der Mythen und
Legenden, die Macht der Zauberkräfte, die Energien von Sonne und
Mond, von Großer Göttin und Gehörntem Gott.
»Denn wir sind Hexen, weil wir
Menschen sind.«

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Wicca Ethik !!!
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Wir
praktizieren Riten, um uns auf den natürlichen Rhythmus des Lebens
einzustimmen - auf die Mondphasen, die Jahreszeiten und die
Himmelsrichtungen.
Wir
erkennen die besondere Verantwortung an, die wir aufgrund unserer
menschlichen Intelligenz gegenüber der Umwelt haben. Wir bemühen uns, in
Harmonie und im ökologischen Gleichgewicht mit der Natur zu leben und
dadurch als Teil der Evolution Erfüllung im Leben zu finden.
Wir erkennen eine
Macht an, die viel größer ist, als es den meisten Menschen bewusst ist.
Mache bezeichnen diese Macht als "über" natürlich, aber wir glauben, dass
sie ein Teil unseres natürlichen Potenzials ist.
Wir glauben, dass die
schöpferische Kraft des Universums sich durch Polarität - durch das
Männliche und das Weibliche - ausdrückt, in allen Menschen wohnt und durch
Interaktionen zwischen dem Männlichen und Weiblichen wirkt. Wir stellen
keine dieser Kräfte über die andere, weil wir wissen, dass beide einander
ergänzen. Sexualität ist für uns Freude, ein Symbol und die Verkörperung des
Lebens.
Wir erkennen eine
äußere und eine innere Welt an. Die innere wird bisweilen spirituelle Welt,
kollektives Unbewusstes, innere Ebene usw. genannt. Im Zusammenwirken dieser
beiden Dimensionen sehen wir die Grundlage für übernatürliche Phänomene und
magische Übungen. Wir vernachlässigen keine der beiden Welten, weil wir
beide brauchen, um Erfüllung zu finden.
Wir erkennen keine
autoritäre Hierarchie an, aber wir respektieren Menschen, die ihr Wissen und
ihre Weisheit mit anderen teilen und mutig Führungsaufgaben übernehmen.
Wir betrachten
Religion, Magie und Lebensweisheit als Einheit. Diese Weltanschauung und
Lebensphilosophie nennen wir "Wicca" oder "Hexenkunst"
Um eine
Wicca zu sein
genügt es nicht sich so zu nennen. Auch Herkunft, Titel und Initiation
reichen nicht aus. Eine Wicca versucht, die Kräfte in ihrem Inneren zu
beherrschen, um gut und weise und im Einklang mit der Natur zu leben und
anderen nicht zu schaden.
Wir glauben, dass das
Universum, wie wir es kennen, einen Sinn hat und dass auch unsere Aufgabe in
diesem Kosmos sinnvoll ist, wenn wir erfüllt leben, unsere Evolution
fortsetzten und unser Bewusstsein weiterentwickeln.
Unsere einzige Kritik
an anderen Religionen und Lebensphilosophien lautet: Die meisten behaupten,
als einzige die Wahrheit und den Weg zu kennen; sie lassen anderen nicht
ihre Freiheit; und sie unterdrücken andere Glaubenssysteme.
Als
Wicca fühlen wir
uns nicht von Debatten über die Geschichte der Hexerei, den Ursprung
bestimmter Begriffe und die Legitimität verschiedener Traditionen bedroht.
Wir selbst befassen uns aber mit unserer Gegenwart und unserer Zukunft.
Wir glauben nicht an
das "absolute Böse" und wir verehren nicht den "Satan" oder "Teufel", wie
das Christentum ihn definiert. Wir streben nicht nach Macht durch das Leiden
anderer und wollen anderen nichts vorenthalten, um davon zu profitieren.
Wir arbeiten
innerhalb der Naturgesetze für das, was unsere Gesundheit und unser
Wohlbefinden fordert. Wir fühlen uns nicht an Traditionen aus anderen Zeiten
und Kulturen gebunden und fühlen uns keiner Person oder Macht verpflichtet,
die größer ist als das Göttliche, das sich durch uns selbst ausdrückt. Als
Wicca respektieren wir alle Lehren und Überlieferungen, die das Leben
bejahen. Wir wollen von ihnen lernen und unser Wissen mit ihnen teilen. Wir
lassen es nicht zu, dass Wicca durch Menschen zerstört wird, die gegen
unsere Prinzipien verstoßen und nur nach persönlicher Macht streben. Dagegen
sind uns alle Menschen willkommen, die ein aufrichtiges Interesse an unserem
Wissen und unseren Überzeugungen haben, unabhängig von Rasse, Hautfarbe,
Geschlecht, Alter, Staatsangehörigkeit, Kultur oder sexueller Orientierung.
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