Honigwein ( der Met )
Alkoholisches
Kult-Getränk aus Honig und Wasser
Met, auch Honigwein genannt, ist
ein alkoholisches Getränk aus Honig und Wasser. Teilweise werden auch,
besonders in der privaten Produktion, verschiedene Gewürze, Früchte und
Fruchtsäfte (zumeist Äpfel und Apfelsaft) zugegeben oder anstelle des
Wassers benutzt. Ursprünglich wurde Met mittels spontaner Gärung
hergestellt. Heute werden zumeist Reinzuchthefen verwendet, wie sie auch
in der Traubenweinbereitung Verwendung finden. Abhängig von der
verwendeten Hefe, der Menge an Zucker (Honig) und anderen
Umgebungsbedingungen während der Gärung kann Met bis ca. 16 Vol.-%
Alkohol enthalten (üblich sind 11-16 Vol.-%). Getrunken wird Met sowohl
heiß als auch kalt. Mit Kirschen vergorener oder mit Kirschsaft
vermischter Met erfreut sich besonderer Beliebtheit und wird häufig als
Wikingerblut oder Odinsblut bezeichnet. Met oder
Wikingerblut mit einer scharfen Gewürzmischung wird auch als
Drachenblut bezeichnet
Entdeckung von Met
Verfahren zur Herstellung von Wein
waren in Ägypten und Vorderasien bereits um 3500 v. Chr. bekannt,
Metgewinnung hat eine etwas ältere Tradition. Der Honig wurde jedoch
nicht nur gegessen, sondern auch als Konservierungsmittel von leicht
verderblichen Nahrungsmitteln gebraucht. Oft hatte man Honig mit einem
hohen Wassergehalt verwendet oder an einem feuchten Ort gelagert. Es war
nur eine Frage der Zeit, bis Met entdeckt wurde, da die Gärung von Honig
bei genügend hoher Feuchtigkeit automatisch einsetzt.
Met Geschichte bis Heute
Seit ältester Zeit stellten die
Menschen, die über ausreichend Honig verfügten, Met her. Die spontane
Verwandlung von Honigwasser in ein viel geschmackvolleres Getränk mit
der berauschenden Wirkung des Alkohols machten den Met in der nordischen
Mythologie zum Trank und Geschenk der Asen (Götter). Der Honigwein wurde
nicht nur auf Feiern in großen Mengen getrunken, sondern diente als
Trank der Götter in kultischen Handlungen. Durch den kultischen Status
war der ausschweifende Genuss von Met denn auch gleichzeitig
Götteropfer. Die Edda enthält detaillierte Beschreibungen von
regelrechten Saufgelagen und den Folgen am nächsten Tag – die Gelage
waren wegen des Hintergrundes aber eben nicht nur „Besäufnisse“, sondern
auch Opferhandlungen. Der Unterschied zwischen Feier und Opfer bestand
prinzipiell nur darin, wem man die verspeisten Lebensmittel widmete.
Neben seiner Verwendung für Feste und Zeremonien war Met aber
auch ein ganz normales Alltagsgetränk, vergleichbar mit Bier im
mittelalterlichen Europa. Met genoss bis ins Mittelalter einen hohen
Stellenwert. Durch das Aufkommen von Bier im Norden und Wein im Süden
Europas verringerte sich der Konsum von Met stetig, weil die Herstellung
von Met im Vergleich zu Bier und Wein teurer und aufwändiger ist.
Trotzdem wurde auch im Mittelalter Met produziert und getrunken. Kaiser
Karl der Große schrieb, dass in jedem landwirtschaftlichen Musterbetrieb
Bienen gezüchtet und Met produziert werden soll. Auch im Kloster St.
Gallen wurde um 1000 Met, zusammen mit Käse, als Nachtisch serviert.
Heute kennen nur noch nord- und osteuropäische Gebiete eine Met-Tradition. In Großbritannien sind immer noch Rezepturen von Met
(englisch: Mead) bekannt und zum Teil in Gebrauch. In den klassischen
Weinanbaugebieten in Süd- und Mitteleuropa ist der Met fast gänzlich
ausgestorben
Met Verwendung in früherer Zeit
Met
fand bei den früheren Völkern eine vielseitige Verwendung. Er spielte
bei Gastbewirtungen, in Gottesdiensten, als
Opfergabe für die Götter, als Grabbeigabe, bei religiösen
Festlichkeiten, als Gesundheitsgetränk und in der Medizin
eine Rolle. Die antiken Griechen tranken fast
ausschließlich Wein, aber Historiker sind sich einig, dass in
bienenreichen Gebieten Met hergestellt wurde. Als die edelste Spende für
die Götter galt im alten Griechenland das Melikraton. Zuerst war es ein
Produkt aus Milch und Honig, später wurde Wasser oder Wein anstelle von
Milch verwendet. Pedanios Dioscurides nennt das
Melikraton auch Honigmet. Er beschreibt es als ein Gemisch aus einem
Teil Honig und zwei Teilen Wasser, das in die Sonne gestellt wird. Das
Melikraton spielte eine besondere Rolle bei Totenbeschwörungen und im
Totenkult. Die Römer kannten
den Met anfangs nicht. Erst durch die römischen Eroberungen in
Asien fand mit dem aufkommenden Wohlstand auch der Met
den Weg nach Rom. Die Römer tranken meistens Wein-Met, das „mulsum“, als
Tafel- und Gesundheitsgetränk. Sie versüßten ihren meist sauren Wein mit
Met, oder brauten ihr „mulsum“ direkt in Wein anstatt Wasser. Wie die
folgende Episode zeigt, war „mulsum“ ein Getränk für die Reichen und
wurde meistens zur „gustatio“ serviert. „Appius erzählt bei Varro (…),
dass er in seiner Jugend aus Sparsamkeit keinen Met trank und erst,
nachdem er eine Erbschaft gemacht, in seinem Hause Met zu bereiten
begann; wenn gute Freunde zu Besuch kamen, habe er ihnen allerdings
jederzeit mit Met aufgewartet.“ Gelegentlich wurde „mulsum“ wegen seiner
berauschenden Wirkung auch als „Sorgenbrecher“ benutzt
Met als Heilmittel
Mit den
verschiedensten Zutaten hergestellt und vermischt, wurde der Met gegen
die unterschiedlichsten Krankheiten verwendet. Viele der ihm
zugesprochenen Wirkungen beruhten zum Teil auf Aberglauben, Teils auf
Tatsachen. Honig und Met besitzen eine antibakterielle Wirkung. Schon
antike Lehrbücher schrieben ihm Heilkräfte gegen Magen- und
Darmbeschwerden oder gegen Erkrankungen der Atemwege zu. Der Met wurde
auch als Brech- und Abführmittel bei Vergiftungen benutzt. Gegen
Geschwüre und Entzündungen wurde er gegurgelt. Die Römer verwendeten ihr
„mulsum“ mit den unterschiedlichsten Zutaten gemischt gegen eine
Vielzahl von Krankheiten: „(…) mit Zusatz von fein gestoßenen
Haselnüssen zur Bekämpfung chronischen Hustens; mit Lolch vermengt,
heilt er Hüftschmerz; mit Ervenmehl gemischt dient er Frauen zur
Wiedergewinnung einer gewissen Körperfülle nach Krankheiten und nützt
bei Auszehrung.“ Vielmals wurde der Met auch zum Süßen von bitter
schmeckenden Arzneimitteln verwendet
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