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Voodoo, auch Vodou ist eine ursprünglich westafrikanische Religion

Das Wort „Voodoo“ leitet sich aus einem Wort der westafrikanischen Fon-Volksgruppe für Geist oder auch Gottheit ab und existierte möglicherweise schon vor mehreren tausend Jahren. Das Wort wird oft stellvertretend für verschiedenste afro - amerikanische Religionen benutzt. Voodoo gehört in die Yoruba- Tradition, stellt aber eine hybride Religion aus vielfältigen afrikanischen, islamischen, katholischen und auch indianischen Elementen dar, die sich aus Herkunft und Geschichte der Sklaven in Westindien ergab: Aus ihren afrikanischen Dorfgemeinschaften gerissen und zur Arbeit für die Kolonialisten und zum christlichen Glauben gezwungen, versuchten einige der Sklaven, ihre ursprüngliche Religion und die Hoffnung und Identität, die sie mit ihr verbanden, fortzuführen

So stehen etwa Bilder katholischer Heiliger im Voodoo oftmals in Wirklichkeit für afrikanische Götter mit ähnlichen Eigenschaften. Voodoo wird heutzutage hauptsächlich in Benin, der Dominikanischen Republik, Ghana, Haiti, Louisiana und Togo praktiziert. Eng verwandte Religionen der Yoruba - Tradition werden in etwas abweichender Form und unter anderem Namen auf Kuba (Santeria) und in Brasilien (Umbanda, Macumba, Candomblé) praktiziert. In Haiti wird Voodoo als eine offizielle Religion anerkannt. In Benin ist Voodoo Staatsreligion und der 10. Januar jedes Jahres religiöser Feiertag. Die Religion Voodoo verbreitet sich weltweit immer stärker

Besonders im Ursprungskontinent Afrika, da sich vor allem die schwarze Bevölkerung wieder an ihre Wurzeln erinnert. In Haiti gehören fast alle Menschen dem Voodoo an. Gleichzeitig bekennen sich aber 90 Prozent auch zum katholischen Glauben. Den Voodoo-Kult kann man in Radakult und Petrokult aufteilen. Der Radakult ist der ältere und somit traditionsreichere Kult. Der Petrokult wurde wahrscheinlich am Ende des 18. Jahrhunderts von einem Mann namens Petro gegründet, der Rauschmittel verwendet haben soll, um seine Anhänger in Ekstase zu versetzen An zentraler Stelle steht dabei das Opfer von Tieren oder Genussmitteln wie Rum und Tabak so wie der Priester, die Eingeweihten (Gemeinde), das Fest und der Tanz mit seinen verschiedenen Gottheiten zugeordneten Trommel-Rhythmen und Gesängen. Die Gottheiten ergreifen vereinzelt Besitz von den Tänzern, die sich dabei in tiefer Trance befinden

Voodoo Glaubensgruppen

Eine geschlossene Glaubensgemeinschaft

gibt es eigentlich nicht, vielmehr teilen sich die Anhänger des Voodoo in einzelne Gruppen auf. Jede Gruppe verehrt eine bestimmte Tradition, eine heilige Figur oder einen Loa (eine der alten afrikanischen Gottheiten, eigentlich: geistige Führer). Der oberste Loa (im Santeria oder Umbanda wird von Orishas gesprochen) ist Olorun, ein sehr wichtiger Loa heißt Obatala. Darüber hinaus existieren noch weitere hundert Götter oder Geister (bzw. Ahnen). Der oberste Götze ist „Bondye“ (auch „Le Bondieu“ genannt), es folgen „Papa Legba“, als Mittler zwischen den Göttern und Menschen, „Agowu“, ein Dämon, der Stürme und Erdbeben auszulösen vermag, „Damb-allah“, der Gott der Schlangen, „Ogu“ („Ogoun“, der Gott der Kriege, „Ghede“, „Damballah“, „Agwe“ und „Erzulie“. Ein Priester wird Houngan oder auch Babalawo, eine Priesterin Mambo genannt. Charakteristisch für den Voodoo-Kult sind die Zombies (Besessene), die sich von Dämonen in Besitz nehmen lassen.

Voodoo in Amerika

Die meisten afrikanischen Sklaven

die man im 16. Jahrhundert nach Haiti oder in den Süden der USA brachte, waren Angehörige der Ethnien Yoruba oder Bantu in Westafrika. Die französischen Kolonialherren verboten ihnen die Ausübung ihres Glaubens und führten den Katholizismus als offizielle Religion ein. Nachdem Haiti am 31. Dezember 1804 die Unabhängigkeit von Frankreich erlangte, wurden auch die alten Bräuche wieder in Freiheit ausgeübt. Wegen der christlichen Einflüsse unterscheidet sich der amerikanische und karibische Voodoo jedoch von seinem afrikanischen Ursprungsglauben. Viele der Einwohner Haitis bekennen sich neben dem Glauben ihrer Vorfahren auch gleichzeitig zum Christentum und bringen katholische Traditionen in ihre Riten ein. In Afrika fließen dagegen Elemente des Islam in den Voodoo ein. Heute finden sich vor allem in New Orleans und Miami Anhänger von Voodoo-Kulten. Großen Einfluss auf den Voodoo-Kult in den USA hatte Marie Laveau.

Voodoo und Schwarze Magie

Immer wieder wird Voodoo

z.B. von manchen Christen, als schwarze Kunst oder schwarze Magie angesehen. Genährt wurden diese Vorstellungen durch die Praktiken des Totenkults und den Glauben an die Wiederbelebung längst Verstorbener. Es gab auch Gerüchte über die Tötung von Kindern. Voodoo-Zauberer sollten angeblich das Blut der Kinder für geheimnisvolle Zeremonien verwendet haben. Auch heute soll es magische Rituale geben, bei denen Tiere geopfert werden. Dass es Tieropfer gibt, ist unstrittig; strittig ist jedoch, ob es sich dabei um Magie handelt. Andererseits finden sich Vorwürfe wie Kinderopfer in der Religionsgeschichte häufig, und sie sind praktisch immer bloße Propaganda.

Voodoo - Puppen

Ein bekannter, aber meist übertrieben dargestellter Brauch

ist das Herstellen von Voodoo - Puppen, die oft einem bestimmten Menschen nachgebildet sind. Durch das Stechen in die Puppe oder sogar regelrechtes Durchbohren mit Nadeln sollen dem Betroffenen Schmerzen zugefügt werden. Jedoch werden Voodoo - Puppen auch zum Heilen von Kranken benutzt. Dieses Verfahren wurde ursprünglich von Priestern in New Orleans verwendet.

Die wichtigsten Götter im Voodoo

und ihre Veve

Papa Legba

Dieser Loa gilt im Voodoo als wichtigste von allen

und wird mit dem Apostel Petrus im katholischen Glauben verglichen. Papa Legba wird als alter, tatteriger Lump mit einer Pfeife im Mundwinkel und einer Krücke dargestellt. Er ist der Gott der Wegkreuzungen und öffnet die Schranken in die Welt der Loas, in die Anderswelt. Seine Farben sind grün und braun. Als Opfergaben empfehlen sich Brot, Wolfsmilchgewächse, Getreide, Erde, grüne Kerze, Stein und Baumrinde.

...Papa Legba

Damballa

Damballa ist der Schlangengott

Er ist ein Gott mit weißer Hautfarbe, den man eng mit Blumen in Verbindung bringt. Er zählt zu den Wassergöttern. Seine Farben sind weiß und Silber und bei einem Ritual sollten die Opfergaben in den gleichen Farben gehalten sein. Ein Damballa - Ritual sollte an einem Donnerstag stattfinden, da dies sein Weihetag ist. Geeignete Opfergaben sind helle Speisen, weiße Rosen, Jasminblüten, weiße Hühner, silberne Münzen sowie Wasser oder Rum.

Ogu

Ogu wirkt mit seiner Machete

und seiner Uniform wie ein militärischer Schlächter. Er liebt die Glut und das Feuer. Ogu ist Kämpfer und Krieger. Seine Farben sind rot und gelb. Sein Metall und Eisen. Ogu hat eine Schwäche für schöne Frauen. Als Opfergaben reicht man ihm am besten gelbe Steine und glühendes Eisen. Bei Zeremonien für Ogu sollte man ein rotes Tuch um den Kopf tragen.

...Ogu

Erzulie

Erzulie ist eine Kreolin

die mit Aphrodite und zuweilen auch ein wenig mit Pan vergleichen wird. Sie liebt den Luxus und bevorzugt das Edelmetall Gold. Sie ist eine Natur und Wassergöttin, ihre Farben sind rosa und blau. Die ihr geweihten Tage sind der Dienstag und Donnerstag. Geeignete Opfergaben sind rosa - rote Rosen, Kornblumen, Messing oder Goldmünzen, Muscheln, grüne Kerzen und Wasser.

...Erzulie

Loco

Loco ist der Gott der Bäume und Pflanzen

Er ist bei Zeremonien der Heilung sehr wichtig und hilfreich. In den meisten Fällen erscheint Loco in unsichtbarer Form, doch wenn er Gestalt annimmt, erkennt man ihn an seinem langen Stock und an seinem pfeife rauchenden Diener. Als Opfer bringt man ihm Räucherungen aus Baumrinde dar, die allerdings nicht von einem Baum geschnitten werden darf, um ihn nicht zu erzürnen. Von Vorteil ist, wenn man ihm als Opfer einen neuen Baum pflanzt.

...Loco

Das Petrosymbol

Das Petrosymbol ist rein

schwarzer Natur und sehr kraftvoll. Es symbolisiert die aggressive Seite des Voodoo. Als Opfer bringt man beispielsweise das Blut einer Ziege dar.

...Das Petrosymbol

Baron Samedie, Baron La Croix und Cemetiere Boumba

Die Barone sind Götter der Toten und der Friedhöfe

wobei Baron Samedie als mächtigste angesehen wird. Er erscheint als schwarzer, dünner Mann mit einem Zylinderhut und einem Zeigestock in den Händen. Baron La Croix erscheint als Skelett, das alle Fragen spöttisch beantwortet und durch sein fruchtbares Äußeres große Angst verbreitet. Baron Cemetiere Boumba ist von schemenhafter Gestalt und erschreckt durch sein donnerndes Auftreten. Die Farben der Barone sind schwarz und violett. Alle Rituale sollten bei Nacht auf einem Friedhof stattfinden. Als Opfergaben eignen sich am besten Kohle, schwarze Kerzen, violette Blumen oder Steine sowie Rum und schwarze Hühner. Die Feste der Barone feiert man vom 22. bis 30. Oktober.

...Baron Samedie, Baron La Croix und Cemetiere Boumba

Agowu

Agowu ist ein Dämon der Winde

Wenn er von einem Menschen Besitz ergreift, besteht Gefahr für Körper und Seele. Agowu wird gerufen, in dem man Steine aneinander schlägt um so ein Gewitter nachzuahmen. Seine Farben sind grau und gelb. Als Opfergaben nimmt Agowu gelbe Blumen, braunen Rum, Steine und Äste.

...Agowu

Magisches Pentakel

Das magische Voodoo

Pentakel verleiht allen Ritualen Kraft und hilft dem Magier bei dem Gelingen seiner Vorhaben. Es wird in eine Metallplatte geätzt oder graviert und um den Hals getragen.

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Fremdwörterklärungen

Aphrodisiaka - Mittel, um Liebe zu entfachen

Aqua Belleza - Schönheitswasser aus Kräuter

Bokor - schwarzer, bösartiger Magier

Canaima - bösartige Weisheit aus Venezuela

Canen - körperloser, bösartiger Dämon

Cauquemere - Geist, der Alpträume verursacht

Conga - rituelles Schlaginstrument

Damballa - Schlangengott

Erzulie - Liebesgöttin, die zu den Wassergöttern zählt

Gad - Wunschamulett aus Pergament

Garde - Zauber, Magie

Ghede - Herren der Friedhöfe und der Toten

Houngan - weißer, guter Magier

Hunsi Helfer/in - Priesterschaftsanwärter/in

La Boumba - zu den Ghedes gehörige Wesenheit

La Croix - zu den Ghedes gehörige Wesenheit

Legba - wichtigste Gottheit im Voodoo

Loa - Geist

Loco - Gott der Heilkräfte und Vegetation

Loup Garou - Werwolf

Malfacteur - Schwarzer, böser Magier

Mambo - Voodoopriesterin

Ogu - Gott des Krieges und Kampfes

Paquet - Rituelles Stoffbündel

Pentakel - Kraftbringendes magisches Symbol

Petro - Böswillige Göttergruppe

Samedi - Herr der Friedhöfe und der Toten

Tetraodoxin - Gift des Kugelfisches

Veve - Manifestierte Gottheit

Voodoo - Magische Religion der Republik Haiti

Wanga - Verfluchtes Utensil ( Hostie )

Zobob - Geheime Bruderschaft des Voodoo

Zombie - Untoter, willenloser Sklave eines Bokor

Voodoo - Praxis

Voodoo - Praxis

Neue Techniken, Rituale und Praktiken des Voodoo. 200 Seiten

Verlag: Verlag Paul Hartmann

ISBN: 978-393292815-4

 

Praxis der Voodoo - Magie

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Dies ist das erste Buch, das sich fundiert mit der praktischen Magie des Voodoo befasst. 160 Seiten

Verlag: Verlag Paul Hartmann

ISBN: 978-393292800-0

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